Kulturnachrichten aus Wurzbach

 

Kunstprojekt Altes Trafohäuschen

Auf Initiative des Kunsthauses Müller soll im Juli/August 2008 des ehemalige Trafohäuschen auf dem Wurzbacher Markt eine neue, sehr kreative aber auch gewagte Bemalung erhalten. Hier seht ihr eine historische Ansicht des Turmes:

 

 


Beauftragt wurde der 1969 in Leipzig geborene Künstler Michael Fischer-Art, der sich neben Bildern, Skulpturen und Buchillustrationen auch durch verschiedene Häuserbemalungen international einen Namen gemacht hat. Seine Werke findet man in Ausstellungen nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Unter seinen bemalten Objekten befinden sich auch eine Reihe bekannter Häuser in deutschen Großstädten, wie zum Beispiel…

 

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… das Hotel Berlin

… Hochhäuser in Leipzig

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… ein Spielplatz in Leipzig

… ein Wohnhaus in Sebnitz

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… die Brühl-Arkaden in Leipzig

… das Gymnasium Freiberg

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… die TU Dresden

… eine Brunnenanlage in Frankfurt/Oder

 

 

Michael Fischer-Arts Kunst ist sicher außergewöhnlich, aber genauso sicher ein Hingucker und Anziehungspunkt und somit etwas Einmaliges und ganz Besonderes für unser Städtchen. Der Künstler ist nicht nur in internationalen Kunstkreisen bekannt und geschätzt, sondern pflegt auch vielerlei Kontakte zu bekannten Persönlichkeiten, wie die folgenden Fotos zeigen:

 

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Angela Merkel

Bill Clinton

Dalai Lama

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Guido Westerwelle

Michail Gorbatschow

Horst Köhler

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Helmut Kohl

Dallas-Star Larry Hagman

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu

 

 

Michael Fischer-Art beginnt im Juli mit der Bemalung des Turmes. Am 23. August soll dann mit einem kleinen Fest der neu gestaltete Turm enthüllt werden. Hierzu sind alle Einwohner recht herzlich eingeladen. Das Programm dieses Tages wird noch rechtzeitig veröffentlicht werden.

Da der renommierte Künstler nicht kostenlos arbeitet, wird zu einer Spendenaktion aufgerufen, um den neu gestalteten Turm finanzieren zu können, der mit Sicherheit ein Highlight für Wurzbach und seine Gäste werden wird.

 

In der OTZ fanden wir folgenden Artikel:

 

Neues Kunst-Projekt für Wurzbach

 

 Mitarbeiter der Dachdeckerfirma Theo Wohlfarth aus Thierbach befestigen ein Gerüst am ehemaligen Trafo-Gebäude im Ortszentrum von Wurzbach. Der Künstler Michael Fischer-Art wird den Turm mit farbigen Motiven versehen.

  

Mitarbeiter der Dachdeckerfirma Theo Wohlfarth aus Thierbach befestigen ein Gerüst am ehemaligen Trafo-Gebäude im Ortszentrum von Wurzbach. Der Künstler Michael Fischer-Art wird den Turm mit farbigen Motiven versehen. 

 

Michael Fischer-Art verschönert früheres Trafo-Gebäude - Bürger zu Spenden aufgerufen

 

Von OTZ-Redakteur Ulf Rathgeber Wurzbach. Das Zentrum der Sormitzstadt bekommt in den kommenden Wochen mehr als nur einen Farbtupfer. Der international renommierte Künstler Michael Fischer-Art wird das ehemalige Trafo-Gebäude am Markt völlig neu gestalten.

Auf Anregung von Bärbel Müller vom Kunsthaus Müller in Wurzbach wird die Neugestaltung vorgenommen. "Uns ist Michael Fischer-Art durch seine fröhliche Kunst am Bau aufgefallen", sagte die Galeristin. "Ich dachte, Fröhlichkeit tut jedem Ort gut."

In den kommenden Wochen wird der Künstler den Turm farblich gestalten. "Die offizielle Übergabe an die Bürger der Stadt soll zu unserem ,Sommerfest für die Kunst´ am 23. August erfolgen", sagte Bärbel Müller.

Das Projekt steht nach Aussagen der Galeristin unter dem Motto "Bürger für Bürger". "Die Menschen sollen sich selbst und der Stadt mit Kunst eine Freude machen", wünscht sich die gebürtige Wurzbacherin. Um das Kunstobjekt finanzieren zu können, ist eine Spendenaktion gestartet worden. Mehrere Geschäftsleute, Vereine und Bürger haben mittlerweile schon Geld an Bärbel Müller überreicht.

"Von Bedeutung ist, dass möglichst viele mitmachen", wünschte sich die Galeristin. "Es ist gleich schön, wenn Senioren fünf Euro geben oder Betriebe 1000 Euro." Für die Gestaltung des Trafo-Gebäudes ist eine Gesamtsumme von 12 000 Euro erforderlich. Dachdeckermeister Theo Wohlfarth stellte das Gerüst unentgeltlich zur Verfügung. Mitarbeiter der Firma hatten es am Freitag aufgebaut.

"Die Stadt soll mit Kunst verschönert werden", sagte Bärbel Müller zur Idee, das ehemalige Trafo-Gebäude mit farblichen Motiven versehen zu lassen. Der aus Leipzig stammende Künstler Michael Fischer-Art habe nach der Anfrage aus Wurzbach sofort zugesagt.

"Wir kennen uns schon seit einigen Jahren", sagte Bärbel Müller. So hatte Michael Fischer-Art unter anderem Steindrucke bei Christian Müller in Auftrag gegeben.

 

Die Motivauswahl liegt in den Händen des Künstlers. "Wir haben Anregungen gegeben", so Bärbel Müller. In die Neugestaltung des Turmes sollen Handwerk und Gewerbe, Vereinswesen und die Geschichte von Wurzbach sowie Geschichten über Wurzbach, wie die der Mondspritzer, des Schräkele oder aus Tupfenbach mit einfließen.

Auf Initiative von Bärbel Müller werden vier Wurzbacher Jugendliche die Fenster des Gebäudes neu streichen. "Das ist doch schön, dass sie sich bereit erklärt haben."

Das Kunstwerk solle in Zukunft nicht nur den Wurzbacher als Erbauung dienen, so die Galeristin und Kunstliebhaberin. "Wir wollen Menschen neugierig machen, dass wir hier nicht nur schöne Natur haben", sagte Bärbel Müller. "Auch Wurzbach kann sich positiv verändern."

 23.07.2008   

 

Inzwischen sind die Arbeiten am Turm vorangeschritten, es zeichnet sich ab, wie der Turm einmal aussehen wird. Am 15. August fanden wir in der Wochenendbeilage der OTZ folgenden Artikel:

 

 Szenen einer Kleinstadt

 

 Michael Fischer-Art  verwandelt Wurzbachs alten Trafo-Turm in ein Kunstwerk mit Motiven zur Stadtgeschichte. (Foto: Mike Finke)

  

Michael Fischer-Art verwandelt Wurzbachs alten Trafo-Turm in ein Kunstwerk mit Motiven zur Stadtgeschichte.

(Foto: Mike Finke) 

 

Der Leipziger Künstler Michael Fischer-Art legt Hand an Wurzbachs alten Trafo-Turm und wandelt ihn zum Kunstobjekt - Von Bärbel Roick

 

Beschaulich ist es hier immer. Doch die brütende Hitze, die sich über Wurzbach senkt, versetzt das Sormitztal-Städtchen in eine Art Hitze-Starre. Straßen und Marktplatz fast menschenleer, selbst den Urlaubern steht der Sinn nicht nach Ortserkundung.

Matthias Ley jedoch ficht die Sommerglut nicht an. Im alten Feuerwehrgerätehaus, gleich hinterm bejahrten Trafo-Turm am Markt schwingt der 22-Jährige den Malerpinsel. 16 Fenster müssen grundiert und dann mit einem Neuanstrich versehen werden. Abgehobelt hatte er ihre Rahmen schon vorher. Zusammen mit seinem Bruder und ein paar Kumpels.

 

Nächste Woche müssen die Fenster wieder zurück an ihren ursprünglichen Platz im Trafo-Turm. Denn zum "Sommerfest für die Kunst" am 23. August soll die Transformation des 15 Meter aufragenden Gemäuers vollendet sein: vom einst unscheinbaren Bauwerk in fadem Grau zum fröhlich-knallbunten Kunstwerk.

 

Man müsste die um 1915 errichtete und längst ausdiente Station neu beleben, befanden Bärbel und Christian Müller, die das benachbarte Kunsthaus betreiben. Als Domizil für einen Stadtschreiber vielleicht, auch als Ausstellungsort hätte der Turm wohl getaugt. Man könnte ihn aber für´s Erste auch bemalen, leuchtend bunt, möglichst frech und inhaltlich mit Bezügen zur Ortsgeschichte.

 

Bärbel Müller, gebürtige Wurzbacherin und nach vielen Jahren in Leipzig ins Oberland zurückgekehrt, stellte Nachforschungen an, kramte in Archiven, sprach mit Alteingesessenen. Sie hob Histörchen, Sagen und Legenden, auch manch schon fast in Vergessenheit geratene Anekdote. Sie stieß auf interessante Persönlichkeiten, die im Ort Spuren hinterließen oder auf einst florierendes Handwerk und Gewerbe. Und ihr wurde bewusst, welchen Stellenwert ein fideles Vereinsleben bis heute hat. Das alles bietet üppig heimatliches Identifizierungspotenzial, waren Müllers überzeugt. Die Turmfassade als Projektionsfläche für Szenen einer Stadt, das gefiel auch Bürgermeister Jürgen Fischer. Ein unbürokratisches "Machen wir" seinerseits - und Müllers nahmen die Sache in die Hand.

 

Ein ausführender Künstler, der ihren Intentionen von "freundlich-heiterer Kunst, die Freude spendet" folgen würde, war schnell gefunden: Der Leipziger Michael Fischer-Art (Jahrgang 1969), den das umtriebige Paar schon lange aus gemeinsamer Arbeit kennt. Der Mann, der mit spektakulären und eigenwilligen Haus-Verkunstungen im quietschbunten Comic-Stil bereits weltweit - von Miami bis Sydney, von Stavanger bis Rio - für Aufsehen sorgte, ist sich für die Provinz nicht zu schade. Im Gegenteil. Er fand die Idee "einfach gigantisch", sagte spontan zu und rückte Anfang August mit drei Helfern, 300 Kilo wetterbeständiger, pigmentstarker Acryl-Farbe und einem dicken Bündel Pinsel in Wurzbach an.

 

Das Malwerkzeug in der Hand und das Handy am Ohr - Fischer-Art ist schwer gefragt und viel beschäftigt - turnt er fortan übers Gerüst und es dauert nicht lange, schnauft eine knallrote Lok gemächlich über das 100 Jahre alte Viadukt. Die ingenieurtechnische Leistung eröffnete dem verschlafenen Örtchen einst den Weg in die Welt und der schönste Blick darauf bietet sich vom Charlottenfelsen. Von hier oben soll sich 1686 ein junges Mädchen namens Charlotte in höchster Liebesnot in die Tiefe gestürzt haben. Belegbar ist diese Geschichte nicht, aber ihre Dramatik hat Fischer-Art höchst beeindruckt. Vielleicht auch, weil seine Großmutter und seine Tochter eben diesen Namen tragen. Jedenfalls wiederholt sich das tragische Ereignis nun noch einmal - auf der Fassade des Kunstturms.

 

Die Mal-Aktion erregt Aufmerksamkeit, und die allermeisten Wurzbacher reagieren wohlwollend bis begeistert, erzählt Bärbel Müller. "Neulich kam abends sogar jemand aus einem Nachbarort angefahren. Nach einem Zeitungsartikel hellhörig geworden, wollten die Leute mal sehen, was hier passiert." Das freut die quirlige Dame. Und erklärt jedem, der neugierig des Weges kommt, verstohlen äugt und gelegentlich fragend umher blickt, das Projekt mit der Kunst am Turm - und wirbt dafür. 12 000 Euro kostet die Unternehmung, Geld, das die Stadt freilich nicht hat. Müllers setzen deshalb auf persönliche Ansprache und bürgerschaftliches Engagement unter dem Motto "Bürger für Bürger", haben ein Spendenkonto eingerichtet, um die 60 Briefe an Unternehmer, Gewerbetreibende und Institutionen aus der Region geschrieben. Mehr als ein Drittel der benötigten Summe ist schon eingegangen, die Menschen schicken Schecks oder bringen Umschläge im Kunsthaus vorbei. "Sogar auf der Straße wurde mir schon ein Kuvert zugesteckt", berichtet Bärbel Müller. Auch ehemals Ortsansässige öffnen ihre Geldbörsen und helfen.

 

Sie alle werden nächsten Samstag, wenn das Gerüst am Turm gefallen ist, öffentlich auf einer Spendertafel gewürdigt. Auch die Namen von Matthias Ley und seinen Freunden sind dann eingraviert. Darauf ist der 22-Jährige schon jetzt mächtig stolz. Denn "in der Vergangenheit haben wir oft auf dem Markt rumgelungert, die Zeit totgeschlagen, Bier getrunken und allerhand Unfung angestellt", gibt er unumwunden zu. "Jetzt mal bei etwas Sinnvollem wie bei diesem Hingucker mitzumachen", das gebe ihm ein echt gutes Gefühl. Da macht es ihm auch nichts, in der flirrenden Sommerhitze zu arbeiten. Baden gehen könne er ja noch, wenn alles fertig ist. Grinst und beugt sich wieder über die Fensterrahmen.

 

In der zurückliegenden Woche allerdings war Malpause am Marktplatz. Der Künstler, irgendwie immer unter Strom, musste mal eben kurz weg. Nach Rio, eine 74 mal 17 Meter Hausfassade rausputzen. Spätestens am Montag, also übermorgen, sei er zurück, suchte er Frau Müller zu beschwichtigen. Dann bringe er mindestens zehn Leute mit. Darunter Ärtze und Anwälte, die in ihrem Urlaub mal was anderes machen wollten, als immer nur Leute aufzuschneiden oder Paragrafen zu reiten. "Und dann wird rangeklotzt", versicherte er der besorgten Projekt-Managerin. Wenn sie vielleicht einen Topf deftige Suppe ansetzen und ein paar Bleche ihres sensationellen Hefekuchens backen würde... Sprach´s und entschwand.

 

Doch es ist nicht allein die Aussicht auf erneuten Genuss des köstlichen Backwerks nach Müller-Art, die Fischer-Art wieder ins 3000-Seelen-Städtchen treiben wird. Das ist auch eine Frage der Berufsehre. "Denn bisher", zerstreut er eventuell aufkommende Zweifel, "sind meine Projekte immer pünktlich fertig geworden". Es ist also mächtig Gedränge zu erwarten, wenn der Künslter samt Team ab Montag erneut den Turm entern und zum großen Malangriff blasen. Der ist auch nötig, denn noch harren die ulkige Begebenheit um die Mondspritzer oder die sagenumwobene Überlieferung um das "Schräkele", einen Hausgeist, der einst an der Bärenmühle sein Unwesen trieb, ihrer bildkünstlerischen Umsetzung. Auch der Mauerfall oder die Industriegeschichte mit Schieferbergbau, Hammerwerken oder Holzproduktion fehlen noch als Motive. Napoleon, dessen Truppen 1806 im Gasthof des Ortsteils Titschendorf Kost und Logis fanden, die Herberge auf ihrem Rückzug allerdings niederbrannten, soll genauso verewigt werden, wie das Konterfei von Alexander von Humboldt. Der Gelehrte war mehrfach in örtlichen Bergwerken unterwegs und fertigte Gutachten. Und warum die Wurzbacher nach Kriegsende als "Tupfenbacher" tituliert wurden, soll erhellt werden.

 

Die Müllers sähen gern viele Touristen am Turm lauschen, wenn Fremdenführer berichten, was sich damals zutrug: Ein Waggon voller Stoffballen war auf dem Bahngleis zurückgeblieben. Daraus nähten die Einheimischen, was sie benötigten. Samstags traf man sich zum Tanz in den umliegenden Dörfern. Die Wurzbacher waren unschwer an der Garderobe zu erkennen - sie drehten ihre Runden in Kleidern mit auffälligem Tupfen-Dessin.

 

Und die kunterbunte Stadtchronik am Trafo-Kunst-Turm erzählt noch mehr solch´ schöner Geschichten....

 

 

15.08.2008    

 

Am 23. August wurde mit einem kleinen Fest - zu dem eine beachtliche Zahl von Gästen erschienen war – der Turm an die Stadt

Wurzbach übergeben. Pressestimmen dazu fanden wir in der OTZ:

 

 

Ein Leuchtturm der Kunst

 

Das "Schräkele", alias Frank Tiesel, trug nicht die eigene, sondern die Geschichte der Wurzbacher Mondspritzer vor.

 

 

Feierliche Übergabe am Sonnabend zum "Sommerfest für die Kunst" in Wurzbach

 

 

 

 

 

 

 

 

Das "Schräkele", alias Frank Tiesel, trug nicht die eigene, sondern die Geschichte der Wurzbacher Mondspritzer vor. 

 

 

Von OTZ-Redakteur Ulf Rathgeber Wurzbach. Das "Sommerfest für die Kunst" des Jahres 2008 war zum 20. Jubiläum ein besonderes. Auf dem Marktplatz der Sormitzstadt ist am Sonnabend Nachmittag der neue Kunstturm symbolisch mit einem gezeichneten Schlüssel von Christian Müller an Bürgermeister Jürgen Fischer (parteilos) und damit auch an die Bürger der Stadt übergeben worden.

Etwa 400 Gäste waren zur Feier gekommen. Für die musikalischen Höhepunkte sorgten Gerd und Friedrich Schenker sowie die Feuerwehrkapelle Wurzbach.

 

"Kunst ist manchmal etwas unbequem, sie spricht für sich und hat Visionen", sagte Galeristin und Inspiratorin Bärbel Müller vom Kunsthaus Müller. "Alle Geschichten von Wurzbach sind auf dem Turm."

So findet der aufmerksame Betrachter Napoleon, Bonaparte der mit seinen Invasionstruppen durch die Sormitzstadt gezogen war, Alexander von Humboldt, der Untersuchungen zum Bergbau in der Region anstellte oder der frühere Pfarrer und Landesbischof i.R. Dr. Werner Leich.

"Der Turm kann Kommunikationsmittel sein", sagte Bärbel Müller. Gleichzeitig wünschte sie sich, dass nichts aufgeschrieben, sondern die Geschichten in Zukunft von den Stadtführern weitererzählt werden soll.

Michael Fischer-Art freute sich, dass nach Wurzbach "Leben eingekehrt ist". Gleichzeitig würdigte er das Engagement der Müllers. "Sie werden schon noch ihr blaues Wunder erleben", spielte er auf mögliche zukünftige Projekte an.

"Von Kunst verstehe ich gar nichts", sagte Bürgermeister Jürgen Fischer (parteilos). "Ich habe alles unternommen, den Müllers auszureden, nach Wurzbach zu kommen. Wir mussten uns damit abfinden", sagte er in seiner etwas unnahbaren Art.

Gleichzeitig war das Stadtoberhaupt dankbar, dass mehrere Wurzbacher Jugendliche in das Projekt eingebunden worden waren. "Sie haben etwas Sinnvolles vollbracht." Thomas Schneider, Tom Trimmel sowie Matthias und Alexander Leyh hatten die Fenster des Turmes abgeschliffen und mit grüner Farbe versehen.

"Es ist der erste Turm, den ich bemalt habe", sagte Michael Fischer-Art. "Das ist an sich etwas Besonderes." Er könnte sich vorstellen, weitere Objekte in Wurzbach zu gestalten. Gleichzeitig schlug er vor, den Turm als alternativen Platz für Stipendiaten zu nutzen.

"Für Wurzbach ist die Kunst etwas gewagt", sagte Christa Rebitz, die sich extra aus der Siedlung zum Markt hatte fahren lassen. Zum einen fand sie die Äußerungen vom Bürgermeister ehrlich. "Er sollte doch froh sein, dass etwas gemacht wird", sagte sie andererseits. "Es bewegt sich etwas!"

 

http://www.otz.de/t.gif24.08.2008   

 

Mit Pinsel und Handy

Der Künstler Michael Fischer-Art bei der Arbeit am Trafoturm in Wurzbach.

 

 

Der Künstler Michael Fischer-Art bei der Arbeit am Trafoturm in Wurzbach.

 

 

 

Ein Wanderer zwischen den Welten: Der Künstler Michael Fischer-Art ist viel gefragt
Von OTZ-Redakteur Ulf Rathgeber Wurzbach.
 

 

Energie und Koordination dürften die Zauberworte sein, die beschreiben, wie Michael Fischer-Art die Vielzahl und auch Größe seiner Kunstwerke bewältigt. Mit Handy und Pinsel bewegte er sich am Trafoturm Wurzbach zwischen den Anforderungen vor Ort und weiteren Projekten auf der ganzen Welt.

Unterbrochen wurde die Turmneugestaltung in der Sormitzstadt durch einen Abstecher ins brasilianische Rio de Janeiro. Die Aufgabe dort: Motiv- und Farbgestaltung an einer riesigen Hausfassade. Ohne Helfer wären derartige Mammut-Projekte in der Kürze der Zeit gar nicht zu bewältigen. Auch in Wurzbach konnte der international renommierte Künstler auf seine "Maler-Kollegen" vertrauen.

Umgänglich, freundlich, gewitzt und inspirierend - Michael Fischer-Art freute sich über jeden der an der Turmvollendung mitgewirkt hat. Unter anderem half Töpfer-Lehrling Steven Luschnig vom Kunsthaus Müller.

Den Turm vor Augen sprach Michael Fischer-Art unvermittelt ein weiteres Projekt an. "Ich habe einen britischen Luftlandepanzer bemalt." Das etwas kuriose Kunstobjekt soll schon bald nach Stavanger transportiert werden. Wer dann schon in Wurzbach war, kann danach weiter nach Norwegen reisen, oder aber den umgekehrten Weg nehmen.

24.08.2008   

 

Ronny Puppe hilft bei der Turm-Vollendung mit

 

Der Wurzbacher Künstler Ronny Puppe..

 

 

Der Wurzbacher Künstler Ronny Puppe..

 

Genaue Arbeit bei Konturierung der Motive
Wurzbach (OTZ/U.R.). Am Donnerstag - es war noch jede Menge Arbeit am neuen Kunstturm zu erledigen - hielt ein schwarzer VW am Marktplatz an. Ronny Puppe stieg aus dem Auto und erkundigte sich gleich, ob er bei der Vollendung mithelfen kann.

 

 

Die Hilfe wurde dankbar angenommen. "Du kannst Konturen malen", sagte Michael Fischer-Art zu dem künstlerischen Autodidakt.

"Ich habe mich sehr gefreut", äußerte Ronny Puppe. "Es macht richtig Spaß", sagte er am Freitag auf dem Gerüst sitzend und den Pinsel in der Hand.

Ein weiterer Umstand sorgte für Begeisterung. "Es ist schön, dass ich mit anderen Künstlern in Kontakt komme." Am Freitag gönnte sich Ronny Puppe gerade mal eine Viertel Stunde Pause.

Er selbst hatte zwischenzeitlich eine künstlerische Pause eingelegt. "Ich versuche jetzt eine Ausstellung vorzubereiten." Das Thema: Lebenswege. Die Kunstform: Abstraktes Malen.

24.08.2008   

 

Dankbare Hilfe zum Jubiläums-Sommerfest

 

http://www.otz.de/includes/bildanzeige.php?kennung=on4otzLOKStaLobenstein39683&zulieferer=otz&dbserver=1&ts=0824232309

 

Wurzbacher Vereinsmitglieder packen mit zu
Wurzbach (OTZ/U.R.). Ohne sie wäre das Sommerfest für die Kunst gar nicht durchführbar gewesen. Viele Wurzbacher packten am Sonnabend im Vorfeld und zur Turmeinweihung kräftig mit zu.

 

 

Die Sitzgelegenheiten wurden an Ort und Stelle transportiert, ein kleines Zelt aufgebaut und die Versorgung der Sommerfest-Gäste übernommen. Viele Mitglieder des Wurzbacher Feuerwehrvereins und der Karnevalgesellschaft "Grün-Gold" Wurzbach halfen dabei unentgeltlich mit.

Galeristin Bärbel Müller freute sich schon in den Tagen vor der Turmübergabe, dass die Wurzbacher Vereinsmitglieder ein ganz große Hilfe gewesen sind. "Den Vereinen dafür ein ganz herzlicher Dank."

 

 

 

 

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