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Dreidimensionales Kunsterlebnis in Wurzbach |
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Beim 5. Metall-Symposium 2011 ist am Donnerstag in der Wurzbacher Heinrichshütte (Saale-Orla-Kreis) zum ersten Mal Aluminium gegossen worden. Insgesamt 14 Künstler aus Thüringen und der Tschechischen Republik haben die Gelegenheit bis 4. August die Formen vorzubereiten und beim Metall-Guss dabei zu sein. Kunstinteressierte sind am 14. und 28. Juli, 12.30 Uhr, sowie am 21. Juli, 10.30 Uhr, eingeladen. Dirk Günther (links) und Wolfgang Grüner stehen am Aluminium-Schmelzofen. Zum Schaugießen wird heute in das Technische Denkmal Gießerei Heinrichshütte eingeladen. Los geht es um 10 Uhr. Foto: Ulf Rathgeber Beim 5. Metall-Symposium 2011 ist am Donnerstag in der Wurzbacher Heinrichshütte (Saale-Orla-Kreis) zum ersten Mal Aluminium gegossen worden. |
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Insgesamt 14 Künstler aus Thüringen und der Tschechischen Republik haben die Gelegenheit bis 4. August die Formen vorzubereiten und beim Metall-Guss dabei zu sein. Kunstinteressierte sind am 14. und 28. Juli, 12.30 Uhr, sowie am 21. Juli, 10.30 Uhr, eingeladen. Dirk Günther (links) und Wolfgang Grüner stehen am Aluminium-Schmelzofen. Zum Schaugießen wird heute in das Technische Denkmal Gießerei Heinrichshütte eingeladen. Los geht es um 10 Uhr. Foto: Ulf Rathgeber |
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Wurzbach. Inmitten dreidimensionaler Kunst erfuhren die Gäste des Galeriegesprächs bei Müllers Daten und Brüche aus der Biographie des Bildhauers und Graphikers Karl-Heinz Appelt. Während sonst zweidimensionale Malerei oder Grafik an den Wänden des großen Schauraumes dem Betrachter die künstlerische Entwicklung der Maler oder Graphiker verdeutlichen, waren diesmal goldglänzende Bronze-Torsi, Experimental-Werke oder Relief-Plastik die Kulisse für das Gespräch mit dem Kunsthistoriker Dr. Fritz Jacobi. |
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Galeristin Bärbel Müller (von rechts) mit dem Kunsthistoriker Dr. Fritz Jacobi und dem Künstler Karl-Heinz Appelt. Galeristin Bärbel Müller (von rechts) mit dem Kunsthistoriker Dr. Fritz Jacobi und dem Künstler Karl-Heinz Appelt. |
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Die Lehre als Steinbildhauer von 1955 bis 1958 in Dresden war für Karl-Heinz Appelt die Folge eines von den damals in der DDR Verantwortlichen veranlassten Studienverbotes. Und das trotz eines mit Auszeichnung bestandenen Abiturs. "Von dem Jahrgang konnten viele nicht studieren", sagte der Bildhauer. Im Dresdner Zwinger konnten sie aber damals schon in gewisser Weise während ihrer Lehre ihren künstlerischen Neigungen nachgehen. "Wir haben uns gegenseitig bestärkt", berichtete Karl-Heinz Appelt vom Behauptungswillen gegen Schwierigkeiten aller Art. "Die Arbeit im Zwinger war ein Traum." |
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Das Verhältnis von kleiner-großer Form, barocke Plastik und besondere Faltenwürfe erwähnte der Bildhauer im Rückblick auf seine künstlerische Entwicklung. "Das barocke Dresden hat seine Spuren hinterlassen", bemerkte Dr. Fritz Jacobi. "Es ging nicht darum irgendwelche Körper zu schaffen, auf die Form an sich kommt es an", sagte Appelt. "Ich wollte ein hohes Maß an Sinnlichkeit erhalten." Viele Türen blieben dem renommierten Künstler zu DDR-Zeiten verschlossen. "Die Grenzen waren schnell erreicht. Ich durfte in keine Gießerei rein", erzählte der Bildhauer. "Ich habe dann eine Reihe von Arbeiten bei Carl Zeiss produziert", ergänzte der in Kahla lebende Künstler. Somit war, er ohne auf fachlichen Rat zählen zu können, darauf angewiesen, sich "den ganzen Prozess selbst zu erarbeiten". Eine Episode war für den weiteren Lebens- und Arbeitsweg entscheidend. Appelt sollte ein Thälmann-Denkmal in Gera anfertigen. "Dann hätten sich alle Türen und Tore geöffnet", war ihm von der DDR-Nomenklatura versprochen worden. Arbeits- und Ausstellungsmöglichkeiten hätten sich auf einen Schlag verbessert. Auch ein Reisepass ins nichtsozialistische Ausland war in Reichweite. Appelt lehnte ab. "Ich habe keine Forderung bedient." Trotzdem gab es eine Ambivalenz im Leben von Karl-Heinz Appelt. "Ich wurde einerseits gefördert, andererseits beargwöhnt." Das schloss eine Hausdurchsuchung mit ein. Andererseits betonte er, dass es zu DDR-Zeiten eine gute Kollegialität unter den Bildhauern gegeben hat. "Sie waren damals auf den wesentlichen Ausstellungen vertreten", rekapitulierte Dr. Jacobi. Die gesamtdeutsche Entwicklung nach 1990 ermöglichte Appelt einen Lehrauftrag an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig anzunehmen. Daneben war und ist er weiter als Künstler tätig gewesen. Derzeit arbeitet Karl-Heinz Appelt beim 5. Metall-Symposium in der Gießerei "Heinrichshütte" in Wurzbach mit. Dort können ihm Kunstinteressierte noch bis Anfang August über die Schulter schauen. Das nächste öffentliche Aluminium-Schaugießen in der Heinrichshütte ist heute Vormittag um 10 Uhr. Die Künstler gießen am Donnerstag ab 10 Uhr. Ulf Rathgeber / 13.07.11 / OTZ |
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